Übersicht dienstlich:

(Stand vom Dezember 2011)
MOMS-2P Foto der OU Skizze der OU von MOMS-2P
MOMS-2P (Outdoor Unit)

MOMS - Modularer Optoelektronischer Multispektral/Stereo Scanner

Bei MOMS handelte es sich um eine elektronische Erdbeobachtungskamera, die mit Hilfe von fünf Objektiven stereoskopische Aufnahmen der Erde gemacht hat (im April 1993 auf Shuttle STS 55 als MOMS-02) und danach für ca. fünf Jahre auf der Mir als MOMS-2P aktiv war. Dabei wurde im panchromatischen Bereich eine Auflösung von bis zu 5m erreicht und in vier spektralen Bändern bis zu 15m. Die Daten wurden auf Magnetband gespeichert und sollten bei Kontakt zur Station zur Erde übertragen werden. Anwendungsgebiete sind Kartographie, Umweltbeobachtungen wie Bodenerosion, Wasserverschmutzung, Ernteprognosen, Vegetationsbeobachtung uvm. Eine ausführliche Beschreibung von MOMS-02 fand sich mal auf der Page der DLR

UTC In-Orbit-Lebenslauf von MOMS-2P:
21.2. 96
11:33
Die Kosmonauten Yuri Onufrienko (Commander) und Yuri Usachev (Flight Engeneer) starten mit einer Sojuz vom Startplatz "Gagarin" in Baikonur. Sie sollen das Instrument an und in der Raumsation Mir installieren.
23.4. 96
11:48
Neues Modul zur Mir (Priroda = Natur) erfolgreich mit Proton von Baikonur/Kasachstan gestartet. Mit dabei die Power Box, der Recorder und Teile des Navigationspaketes von MOMS-2P.
26.4. 96
15:43
Priroda dockt an Mir an.
5.5. 96
6:04
Start von Progress M-31. Mit an Bord die Außeneinheiten von MOMS-2P. Dazu gehört die Optic Unit, die Kreisel und die Signalverarbeitungselektronik.
7.5. 96
12:02
Die Progress M-31 dockt beim ersten Versuch an der Raumsation Mir an.
27.5. 96 Der Recorder wird von den Kosmonauten endgültig eingebaut und angeschlossen.
30./31.5. 96 Es erfolgt die Montage (EVA) von MOMS an Priroda durch die Kosmonauten Yuri Onufrienko und Yuri Usachev. Kurz darauf werden die ersten Telemetriedaten empfangen. Die Temperaturen liegen im Sollbereich, die Ringloop ist geschlossen (alle Kabel korrekt gesteckt) und der Shutter ist zu.
(Bildquelle: NASA)
Montage des MOMS-2P an der MIR
24.9. 96 MIR-Ausschnitt Im nebenstehenden Ausschnitt eines sehr schönen Bildes der Mir - aufgenommen aus dem Shuttle vom Flug STS-79 - ist die Kamera an der Raumstation zu sehen (Bildmitte). In dieser Ansicht wird das Priroda-Modul vom Core-Modul abgedeckt.
(Bildquelle: NASA)
Juni 96 Die ersten Versuche die Einzelkomponenten zu testen scheitern am Kommandierungssystem.
20.7. 96 Der Recorder konnte als erste Komponente erfolgreich getestet werden.
23./24. 7. 96 Weitere Tests scheitern ebenfalls an fehlenden oder falschen Kommandos.
7.8. 96 Die Kameraeinheit (Optic Unit) konnte das erste Mal voll aktiviert werden. Da der Datenrecorder dabei nicht beteiligt war und auch die Mir nicht erdorientiert flog, wurde keine Aufnahme gemacht.
August 96 Mittlerweile ist es uns gelungen wenigstens in drei Modis den Dunkelstrom der Sensoren aufzuzeichnen. Der Versuch die Daten zur Bodenstation zu überspielen scheiterte jedoch ebenso wie der Versuch einer ersten Aufnahme. Die Bodenstation in Obninsk ist nicht in der Lage die Signale der Mir zu empfangen - was wohl auf Dauer so bleiben wird.
September 96 Wir haben September (fünf Monate nach Start) und innerlich haben viele ein positives Ergebnis bereits abgeschrieben. Die vielen technischen Probleme mit und um die Mir machen einem das Leben schwer. Doch kaum hat man sich an diese Situation gewöhnt, kommt die freudige Nachricht über die ersten Bilddaten. Ein weiteres Problem im Wiedergabepfad verhindert eine schnelle Verteilung, doch das Ergebnis soll nach ersten Beurteilungen sehr gut sein. Ich hoffe nach der ersten Präsentation durch die DARA hier an dieser Stelle Samples zeigen zu können (viel geht nicht, da ich auf 1 MB beschränkt werde)
Oktober 96 Der Grund für das Problem im Downlink konnte eingekreist und von den Kosmonauten überprüft werden. Bei dem Fehler handelt es sich um ein schadhaftes Kabel. Die Daten die dennoch eingehen sind sehr vielversprechend.
15.11. 96 In Oberpfaffenhofen trifft das erste Bild von Oberbayern ein. In Mode C wurde auch Augsburg aufgenommen.
19.11. 96
23:20
Mit einem Versorgungstransport (Progress M-33) wird ein neu gefertigtes Kabel zur Station gebracht. Bei rund 3t Nutzlast geht dieses "Ersatzteil" unter. Läuft alles planmäßig, dann soll der Austausch in Priroda am 27.11. erfolgen.
29.11.96 Erste Tests zeigen das der Fehler mit dem Austausch des Kabels auch wirklich behoben werden konnte. Leider zeigt das Navigationssystem mit dem GPS-Empfänger auch ein paar Unregelmäßigkeiten. Ein ernstes Problem sollte das aber nicht darstellen.
März 97 Nach nunmehr vier weiteren Monaten soll das Instrument nun endlich in die operationelle Phase übergehen. Zusammen mit den jetzt besser werdenden Beleuchtungsverhältnissen in Europa, hoffen wir alle auf spektakuläre Bilder... Aber selbst hier stellt sich russische Software in den Weg, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage war die Bilddaten in der Bodenstation fehlerfrei zu verarbeiten. Wir warten auf einen Update...
April 97 Leider gibt es mal wieder erhebliche Probleme mit der Station (Mir):
  1. Die Temperaturregelung in der Station ist defekt und es herrschen Temperaturen um 40°C, was den Betrieb des Datenrecorders einschränkt.
  2. Einer der beiden Kanäle über die die Raumstation wissenschaftliche Daten zum Boden überträgt (BISU-P) ist defekt, der zweite wegen ständiger Überhitzung zur Zeit nicht einsatzfähig. Für die MOMS-Daten bleibt somit nur der Transport von bespielten Kassetten zum Boden via Shuttle. Zum Glück befinden sich derzeit acht Leerkassetten an Bord der Station.
  3. Durch permanenten Treibstoffmangel in der Station, muß für Aufnahmen auf eine Lageänderung (attitude change) der Station verzichtet werden. So können Aufnahmen nur in Inertiallage erfolgen, was den Zugriff auf Zielgebiete erheblich einschränkt.
Von einem Routinebetrieb kann also ganz und garnicht die Rede sein.
Mai 97 Außer dem "alltäglichen Wahnsinn" (s. oben), kämpft die Bodenstation in Oberpfaffenhofen permanent mit Ausfällen des Bordrechners und fehlenden Telemetriedaten von der Mir. Ein neuer Defekt legt das System völlig lahm. Zur Zeit fehlt in der Signalverarbeitung eine Spannung. Zunächst wurde ein defektes Kabel vermutet. Nach ersten Untersuchungen konzentriert sich die Fehlersuche nun auf die Stromversorgunseinheit (Power Box), die in Kirgisien gefertigt wurde.
Juni 97 Fehlmessungen und der Zeitmangel in der Station lassen eine schnelle Fehlersuche nicht zu. Die Bereitstellung einer Ersatzeinheit für die Stromversorgung wird jedoch parallel vorbereitet. Leider sieht es so aus als könnten keine Aufnahmen mehr in der laufenden Vegetationsperiode vorgenommen werden.
25.6. 97 Ein schwerer Unfall macht alle Hoffnungen zunichte. Bei Dockingmanövern kracht eine unbemannte Versorgungskapsel (Progress) zunächst in eines der Solarpanels von Spektr und anschließend in Spektr selbst. Die Stromversorgung auf der Mir bricht um nahezu 50% zusammen und die Atemluft entweicht. Spektr wird abgeschottet. Mit der Fehlersuche an unserem Instrument ist in den nächsten Wochen nicht mehr zu rechnen.
Eine bespielte Kassette, die mit einem Shuttle zurück gebracht wurde, ist nun endlich in Deutschland eingetroffen. Hoffen wir auf eine Reihe von verwertbaren Szenen.
Die Abschaltung des Instrumentes bis März 98 wurde ebenfalls schon in Erwägung gezogen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.
1.7. 97 Auf Anfrage wird uns mitgeteilt, dass trotz der Situation on-board die survival heater von MOMS aktiv sind und somit ein absinken der Temperatur unter -20°C verhindert werden sollte. Ob dies über den gesamten Zeitraum der Reparaturversuche an der Mir so bleibt ist ungewiss. Ab 15. Juli könnte - bei erfolgreichen Arbeiten in und an der Station - wieder mit der Fehlersuche an unserem Instrument gerechnet werden.
5.7. 97 Erwartungsgemäß verzögern sich die Arbeiten in und an der Mir. Der Start einer Progress-Versorgungskapsel war am heutigen Tag erfolgreich.
Juli 97 Die Progress hat erfolgreich und problemlos angedockt. Nur leider verhindern weitere unglückliche Umstände die anstehenden Reparaturarbeiten an und in der Mir und damit auch die Fehlersuche an unserem Gerät. Am Boden wird alles getan um die Arbeiten vorzubereiten und zu begleiten. Auch Ersatzteile werden bereitgestellt.
August 97 Die Ersatzmannschaft ist reibungslos zu Ablösung in der Mir angekommen. Wollen wir hoffen die Beiden bringen die Station wieder auf Vordermann und können erfolgreich auch den Fehler in unserem System finden. Sollte es die Stromversorgungseinheit sein, ist ein Austausch jedoch nicht vor Dezember zu erwarten.
September 97 Die gehäuften Problem auf der Station und die Schwierigkeiten die bestehenden Fehler an lebenswichtigen Einheiten zu beheben, hat bisher keine Zeit gelassen sich um unsere Belange zu kümmern.
Oktober 97 Wie für alle in den letzten Monaten aus den Medien ersichtlich, konnte bisher nicht zu einem Normalbetrieb in der Station zurückgekehrt werden. Die lange Wartezeit und die Ungewissheit ob die Kamera jemals wieder in eine operationelle Phase kommt, haben die ersten unbestätigten Gerüchte aufkommen lassen, das Projekt gänzlich zu stoppen. Ein herber Schlag für alle Beteiligten, die damit ohne Ergebnisse ihre Arbeit nach jahrelangen Vorbereitungen abschließen müssen. Wieviel Mitarbeiter in den einschlägigen Institutionen betroffen sind, kann man leider nur sehr schwer abschätzen. Die Kontakte reichen über Spanien, Kanada, Südamerika, Australien, Japan und weite Teile Russlands bis in unsere Universitäten und letztendlich auch in die Industrie, in der dadurch know how verloren geht und Arbeitsplätze gefährdet sind.
07.10.1997 Die DARA (jetzt wieder DLR) stoppt mit sofortiger Wirkung alle Aktivitäten am Instrument. Begründung: "der technische Zustand der Raumstation Mir läßt einen Betrieb der MOMS-Kamera derzeit nicht zu."
07.11.1997 Trotz der oben genannten Anweisung wird in Bishkek/Kirgistan eine neue Stromversorgunseinheit (Power Box) abgenommen. Sie soll noch im Dezember mit einer Progress (236) zur Raumstation gebracht werden. Mit Ihrer Hilfe hoffen wir alle auf eine Reparatur der angeschlagenen Kamera.
27.12.1998 Start einer Progress M-37. Mit diesem Versorgungsflug, der am 29.12. an der Mir andockt, wird auch eine neue Stromversorgungseinheit (Power Box) an Bord der Raumstation gebracht. Die bisher durchgeführte Fehlersuche hat keinen sicheren Aufschluß über die Ursache für die fehlende Spannung in der Kamera ergeben. Um jedoch keine Zeit zu verlieren hat man sich zum Austausch entschlossen.
17.1.1998 Die Power Box ist in der Mir angekommen und wurde am 13.1. ausgetauscht. Und diesen 17.1. 98 werden wir gut in Erinnerung behalten! MOMS macht nach langer Pause wieder die erste Aufnahme. Die Reparatur war erfolgreich. Unser Dank geht an die beiden Kosmonauten Anatoly Solowjow und Pawel Winogradow, die die schwer zugängliche und hinter einer Verkleidung eingebaute Power Box ausgetauscht haben.
18.1.1998 Der Versuch die aufgenommene Szene zur Erde zu übertragen schlug wegen einem falschen Kommando fehl. Eine Wiederholung ist angesetzt. Eine teilweise bespielte Kassette soll mit dem nächsten Shuttle STS-89 (Starttermin 22.1. 98) zurück gebracht werden.
Die Telemetriedaten zur neuen Stromversorgung zeigen optimale Werte. Mit einem Qualitätsverlust ist nicht zu rechnen.
16.2.1998 Die wissenschaftlichen Daten einer Aufnahme vom 21.1. werden erfolgreich zur Bodenstation in Neustrelitz übertragen und in den nachfolgenden Tagen von der DLR ausgewertet.
Februar 1998 Derzeit laufen Bemühungen, die defekte Power Box mit dem Shuttle zur Erde zurück zu bringen. Nicht nur um die Ursache für den Fehler ausfindig zu machen, sondern auch für eine Reparatur und damit für die Bereitstellung als Ersatzteil.
März/April/Mai 1998 In den letzten Monaten konnte die Kamera voll eingesetzt werden. Bis zum nächsten Anflug des Shuttles sollen alle Kassetten bespielt werden, die sich an Board der Mir befinden. Das sind derzeit fünf Stück. Da die Übertragung zur Bodenstation noch immer nicht möglich ist, bleibt nur ein Transport der Daten via Tapes. Im Austausch soll das Shuttle wieder 10 neue Bänder zur Station bringen. Hoffen wir darauf, dass auch diese Bänder noch voll bespielt werden können, bevor die Station aufgegeben wird. Das sollte dann auch die lang ersehnten Aufnahmen von Europa und natürlich auch von Deutschland einbringen.
August/September 1998 Derzeit liegen bespielte Bänder mit einer Gesamtaufnahmezeit von mehr als 11h in Moskau. Offensichtlich war eine Optimierung des Transportweges nicht möglich und so verhindern formelle Diskussionen eine rasche Auswertung.
Durch die fortschreitende Stillegung der Station Mir kommen Leistungsreserven dem Instrument zugute. Derzeit wird der Betrieb noch erweitert. Leider macht man sich bei der ehemaligen DARA bereits wieder Gedanken zur Stillegung...
November/Dezember 1998 Auf wundersamen Wegen haben die Bänder doch noch den Weg nach Deutschland gefunden. Dank allen die sich dafür eingesetzt haben!
Die Datenauswahl und die Qualität ist überwältigend. Sowohl in Farbe als auch in 3-D-Darstellung übertreffen die Bilder die Erwartungen weit. Mit dabei, jetzt auch Bilddaten von Europa und von Deutschland.
Januar 1999 Es verdichtet sich das Gerücht, dass die russischen Partner darüber nachdenken, den MOMS nicht nur auf der Mir am Leben zu erhalten, sondern darüber hinaus ihn sogar an die neue internationale Raumstation (ISS) umzuhängen. Da das Instrument nicht nur ein Beispiel für die deutsch/russische Zusammenarbeit ist, sondern auch noch so gute Ergebnisse liefert, haben Überlegungen wohl dazu geführt. Obwohl die geplante Lebensdauer deutlich überschritten ist. Wenn dieses Vorhaben dennoch gelingen sollte, dann könnte das Projekt zu neuem Leben erwachen. Wir sind gespannt wie sich die Situation entwickelt.
Mai 1999 Die defekte Power-Box konnte vom Hersteller in Bishkek/Kirgistan untersucht werden. Ein defekter Transistor war der Verursacher für den langen und bitteren Ausfall zwischen Mai '97 und Januar '98.
28. August 1999 Die vorläufig letzte Besatzung verlässt die Mir. Findet sich kein Geldgeber, dürften die mitgebrachten Bänder die letzten Daten sein, die wir von MOMS-2P erhalten.
27. Januar 2001 Die Mir erhält mit einer Progress M1 ca. zwei Tonnen Treibstoff für ihren kontrollierten Absturz im März. Um 06:33 Uhr (MEZ) dockt die Versorgungskapsel reibungslos an der Raumstation an.
23. März 2001
05:07
Das Triebwerk der im Januar angekoppelten Progress zündet zum dritten und letzten mal in dieser entscheidenden Phase. Dadurch wird die bereits auf unter 150km gefallene Mir weiter abgebremst. Nach 86331 Umläufen um die Erde bricht sie bei rund 80km Höhe auseinander.
23. März 2001
05:57
Die Mir hinterlässt bei wenigen Zuschauern auf den Fidschi-Inseln den Eindruck eines spektakulären Feuerwerkes und verglüht bei Temperaturen um 1500°C. Mit "den schönsten Bremsspuren der Welt" stürzen die Reste bei 40 Grad südlicher Breite und 160 Grad westlicher Länge in den Pazifik. Ob eine der kleineren Leuchtspuren wohl von MOMS verursacht wurde?
April 2004 MOMS-02 im Deutschen Museum Das Basismodell MOMS-02 ist jetzt im Deutschen Museum in München ausgestellt. In der Raumfahrtabteilung ist die Kamera zu sehen, die so 1993 mit der zweiten deutschen Spacelab-Mission (D-2) auf dem Shuttle 10 Tage geflogen ist und nach Ihrer Rückkehr zu MOMS-2P umgebaut wurde.
Aus den damals verbliebenen Teilen und einigen Nachbauten entstand nun dieses Anschauungsobjekt und eine Erinnerung an eine deutsche Raumfahrtmission.
Links im Hintergrund ist der Vorgänger MOMS-01 zu erkennen, im Vordergrund der geöffnete Datenrecorder mit einer Kapazität von rund 5,5 Stunden Aufzeichnungsdauer. In Bildmitte das eigentliche Kameramodul. Gut zu sehen sind die fünf Öffnungen für die Objektive. Der größte Durchbruch im Shutter deckt das hochauflösende Objektiv ab, dessen Ende (Fokalebene) an der rechten Seite noch aus dem Instrument ragt.

Resümee:
Im ersten Betriebsjahr von MOMS-2P konnten gerade mal ca. 30 qualitativ hochwertige Aufnahmen gemacht werden. Leider entspricht das in etwa der Ausbeute, die 1993 in zehn Tagen Flug mit dem Shuttle erreicht wurde. Der erhoffte Erfolg ist also nicht eingetreten. Leidtragende ist auch die deutsche Industrie, die damit ihre über zehn Jahre hinweg gewonnene Erfahrung und ihre weltweite Führung auf diesem Gebiet, in der Schublade verschwinden lassen muß. Nach der erfolgreichen Reparatur konnten noch einige gute Aufnahmen gemacht werden - leider zu spät für die Zukunft des MOMS-Teams.
Durch personelle Wechsel und fehlendem Budget war den Ergebnissen von dieser Kamera leider wenig Erfolg und Bekanntheit beschert. Andere vergleichbare Instrumente erlangten bei weniger oder sogar garkeinem vorweisbaren Ergebnis mehr Anerkennung und fanden ihre Fortsetzung in laufenden Weiterentwicklungen. Mit viel Lehrgeld bezahlte Erfahrung wird mit diesem sicher zu seiner Zeit richtungsweisenden Instrument quasi im wahrsten Sinne des Wortes versenkt. Kaum jemand, der diese Entwicklung mehr bedauert als ein Team, welches sich über 12 Jahre intensiv mit dieser Entwicklung beschäftigt hat.

MOMS an PRIRODA Im nebenstehenden Bild (aufgenommen von STS-81) ist MOMS von hinten am Modul Priroda der Raumstation gut zu sehen.
(Bildquelle: NASA)
MIR über der Erde Ein ebenfalls sehr schönes Bild der Mir ist unter hier zu sehen. Darauf ist nicht nur der MOMS sehr gut zu sehen, sondern auch die beschädigten Solarzellen am Modul Spektr.
(Bildquelle: NASA)

Wer die hier angesprochenen Bilder nicht mehr findet, kann sich gerne an mich wenden.

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